Fuchsjagd stoppen – Landrat Basel-Landschaft anschreiben
Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft antwortete am 16. Juni 2026 auf die Fuchsjagd-Petition von Pascal Wolf – auf vier Seiten, unterzeichnet von Regierungspräsident Dr. Anton Lauber. Das Schreiben enthält keine einzige wissenschaftliche Quellenangabe. Die Kernaussage: Es bestehe kein Anlass für eine Neuausrichtung. 2024 wurden in beiden Basel 679 Rotfüchse erlegt, 676 davon im Landkanton.
Besonders aufschlussreich: Der Regierungsrat verweist selbst auf Genf – und erwähnt dabei unabsichtlich, dass Genf seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt. Das widerlegt sein eigenes Argument.
Wichtig: Bitte nicht an alle gleichzeitig schreiben. Wähle 2–3 Personen aus, die dich als Einwohnerin oder Einwohner vertreten, und schreibe ihnen persönlich aus deinem eigenen Mailprogramm.
Musterbrief – kopiere diesen Text in dein Mailprogramm
Betreff: Fuchsjagd Basel-Landschaft – bitte handeln Sie
Sehr geehrte Frau [Name] / Sehr geehrter Herr [Name]
Ich wende mich als Bürgerin / Bürger direkt an Sie, weil mich die Praxis der Fuchsjagd in unserem Kanton beschäftigt.
Der Regierungsrat hat am 16. Juni 2026 auf vier Seiten auf die Fuchsjagd-Petition geantwortet – ohne eine einzige wissenschaftliche Quelle zu nennen. Gleichzeitig verweist er auf Genf, das seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt. Das widerlegt sein eigenes Argument.
Der Kanton Luzern – der einzige Kanton mit systematischer Gesundheitserfassung erlegter Füchse – zeigt: Von 2’217 getöteten Tieren hatten nur 39 einen Krankheitsbefund. Über 98 Prozent waren gesund. Der Kanton Zug hat 2025 eine unabhängige Studie bei SWILD in Auftrag gegeben. Ergebnis: Fuchsjagd reguliert nichts, verbessert die Seuchenbekämpfung nicht, nicht-letale Methoden sind überlegen.
2024 wurden im Kanton Basel-Landschaft 676 Rotfüchse erlegt – ohne nachweisbaren Nutzen für Gesundheit oder Landwirtschaft, auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler und mit erheblichem Tierleid.
Der Kanton Genf kommt seit 1974 ohne Hobby-Jagd aus – und damit faktisch auch ohne Fuchsjagd: Nur staatliche Wildhüter dürfen dort eingreifen, in den letzten zwei Jahren ohne einen einzigen Regulierungsabschuss.
Ich bitte Sie, die Antwort des Regierungsrates kritisch zu hinterfragen und sich im Landrat für eine echte, wissenschaftlich fundierte Überprüfung der Fuchsjagd einzusetzen.
Freundliche Grüsse
[Ihr Name]
[Ihr Wohnort]
Was im Kanton Basel-Landschaft entschieden wurde
Der Regierungsrat antwortete am 16. Juni 2026 auf vier Seiten – ohne eine einzige Studie zu zitieren. Er nennt fünf Funktionen der Fuchsjagd (Seuchenbekämpfung, Umgang mit habituierten Tieren, Erlösung kranker Tiere, epidemiologische Beobachtung, Handlungsfähigkeit im Ereignisfall), liefert aber keine wissenschaftlichen Belege. Bei keiner dieser Funktionen wurde eine Studie angeführt.
Besonders aufschlussreich: Der Regierungsrat verweist selbst auf Genf («inklusive der Staatsjagd (Genf), bleiben Eingriffe in Wildtierbestände Bestandteil des Wildtiermanagements») – ohne zu erwähnen, dass Genf die Hobby-Jagd 1974 abgeschafft hat und seither mit minimierten Eingriffen auskommt.
Was die Wissenschaft sagt
Bestandsregulation: Kompensationsmechanismen – höhere Fruchtbarkeit, bessere Überlebensrate, Zuwanderung – gleichen Verluste aus. Selbst der Abschuss von drei Vierteln eines Bestands ist im Folgejahr wieder ausgeglichen.
Tollwut: Intensive Jagd konnte die Tollwutepidemie der 1970er nicht stoppen. Erst die Impfkampagne ab 1978 wirkte. Letale Methoden können Seuchen sogar verstärken, weil bejagde Tiere mobiler werden.
Fuchsbandwurm: In einer französischen Studie stieg die Prävalenz trotz hohem Jagddruck von 44 auf 55 Prozent – weil Jungfüchse, die Lücken füllen, eine höhere Wurmbürde tragen.
Genf: Seit 1974 ohne Hobby-Jagd, keine Bestandsexplosion, keine schlechtere Krankheitslage. Luxemburg: Seit Jagdverbot 2015 sank der Fuchsbandwurm-Anteil von rund 40 auf unter 10 Prozent.
Vollständige Studienübersicht: Studien: Auswirkung der Hobby-Jagd auf Wildtiere
E-Mail-Adressen Landrat Basel-Landschaft (Legislatur 2023–2027)
Alle Adressen folgen dem offiziellen Muster vorname.nachname@lr-bl.ch. Vollständige Mitgliederliste: baselland.ch
Fraktion Grüne
thomas.eugster@lr-bl.ch – Eugster Thomas
miriam.locher@lr-bl.ch – Locher Miriam
johannes.sutter@lr-bl.ch – Sutter Johannes
urs.kaufmann@lr-bl.ch – Kaufmann Urs
simone.ludin@lr-bl.ch – Ludin Simone
brigitte.manz@lr-bl.ch – Manz Brigitte
Fraktion SP
simone.abt@lr-bl.ch – Abt Simone
pascale.bruderer@lr-bl.ch – Bruderer Pascale
diana.stoll@lr-bl.ch – Stoll Diana
kira.lipp@lr-bl.ch – Lipp Kira
roger.schneider@lr-bl.ch – Schneider Roger
elias.stohler@lr-bl.ch – Stohler Elias
Fraktion GLP
kathrin.schweizer@lr-bl.ch – Schweizer Kathrin
patrick.schreiber@lr-bl.ch – Schreiber Patrick
maya.moser@lr-bl.ch – Moser Maya
Fraktion EVP
tobias.beck@lr-bl.ch – Beck Tobias
andrea.heger@lr-bl.ch – Heger Andrea
regula.streun@lr-bl.ch – Streun Regula
daniel.stucki@lr-bl.ch – Stucki Danny
Fraktion Die Mitte
marc.scherrer@lr-bl.ch – Scherrer Marc
thomas.noack@lr-bl.ch – Noack Thomas
petra.spinas@lr-bl.ch – Spinas Petra
peter.riebli@lr-bl.ch – Riebli Peter
Fraktion FDP
marc.joset@lr-bl.ch – Joset Marc
andrea.kaufmann@lr-bl.ch – Kaufmann Andrea
reto.tschudin@lr-bl.ch – Tschudin Reto
Fraktion SVP
franz.vogt@lr-bl.ch – Vogt Franz
thomas.lerf@lr-bl.ch – Lerf Thomas
nicole.spiegel-roth@lr-bl.ch – Spiegel-Roth Nicole
Hinweis: Die vollständige Liste aller 90 Landratsmitglieder ist über baselland.ch abrufbar. E-Mail-Muster: vorname.nachname@lr-bl.ch Bitte vor dem Versand verifizieren.
Was im Kanton Basel-Landschaft bisher passiert ist
📌 Kanton Basel-Landschaft antwortet auf Fuchsjagd-Petition – ohne eine einzige wissenschaftliche Quelle
Vier Seiten Verwaltungssprache, kein einziger Studiennachweis. Eine Analyse.
📌 Nach Bern und Luzern: Basel hinterfragt die Fuchsjagd
Im Basler Grossen Rat verlangt eine Grossrätin eine wissenschaftliche Prüfung. 2024 wurden in beiden Basel 679 Füchse erlegt.
