Fuchsjagd stoppen – Kantonsrat Luzern anschreiben
Der Kanton Luzern liefert das schärfste Argument gegen die Fuchsjagd – aus den eigenen Daten. Als einziger Schweizer Kanton erfasst Luzern den Gesundheitszustand der erlegten Füchse systematisch. Das Ergebnis aus dem Jagdjahr 2018/19: Von 2’217 getöteten Füchsen hatten nur 39 einen Krankheitsbefund. Über 98 Prozent der erschossenen Tiere waren gesund.
Trotzdem lehnte die RUEK des Luzerner Kantonsrats im Frühjahr 2026 die Petition zur wissenschaftlichen Überprüfung der Fuchsjagd ab – ohne eine einzige Studie zu zitieren, ohne den Petitionär anzuhören. Die einzige konsultierte Stelle war das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement, also genau jene Verwaltung, deren Status quo die Petition kritisiert.
Musterbrief – kopiere diesen Text in dein Mailprogramm
Betreff: Fuchsjagd Luzern – bitte handeln Sie
Sehr geehrte Frau [Name] / Sehr geehrter Herr [Name]
Ich wende mich als Bürgerin / Bürger direkt an Sie, weil mich die Praxis der Fuchsjagd in unserem Kanton beschäftigt.
Luzern ist der einzige Kanton, der den Gesundheitszustand erlegter Füchse systematisch erfasst. Das Ergebnis ist eindeutig: Von 2’217 getöteten Füchsen hatten nur 39 einen Krankheitsbefund. Über 98 Prozent waren gesund. Damit kollabiert das Hauptargument für die Fuchsjagd – die Seuchenbekämpfung – auf Basis der eigenen kantonalen Daten.
Mehr als 30 Jahre wildbiologische Forschung bestätigen: Fuchsjagd reguliert Bestände nicht nachhaltig. Kompensationseffekte – höhere Geburtenraten, Zuwanderung – gleichen Abschüsse rasch wieder aus (Baker & Harris 2006; Rushton et al. 2006; Kämmerle et al. 2019). Selbst beim Fuchsbandwurm ist die Jagd kontraproduktiv: Eine französische Studie (Comte et al. 2017) zeigt, dass intensive Bejagung die Prävalenz von 44 auf 55 Prozent erhöhte – weil Jungfüchse die Lücken füllen und eine höhere Parasitenlast tragen. In Luxemburg sank die Befallsrate nach dem Fuchsjagdverbot 2015 hingegen von rund 40 auf unter 20 Prozent.
Zudem sind Füchse natürliche Seuchenkämpfer: Sie regulieren Mäuse und Nager, die als Hauptreservoire für Borreliose-übertragende Zecken gelten. Wer Füchse schiesst, schwächt diesen Schutzwall. Die Tollwut wurde nicht durch Jagd besiegt, sondern durch Impfköder-Programme ab 1978.
Kanton Zug hat 2025 als einziger Kanton eine unabhängige Studie in Auftrag gegeben (SWILD, Mai 2026). Das Ergebnis bestätigt, was die Luzerner Daten längst zeigen: Fuchsjagd ist wissenschaftlich nicht begründbar. Luzern könnte denselben Weg einschlagen – mit den eigenen Zahlen als Ausgangspunkt.
Der Kanton Genf kommt seit 1974 ohne Hobby-Jagd aus – und damit faktisch auch ohne Fuchsjagd: Nur staatliche Wildhüter dürfen dort eingreifen, in den letzten zwei Jahren ohne einen einzigen Regulierungsabschuss.
Ich bitte Sie, die RUEK-Empfehlung zur Kenntnisnahme abzulehnen und stattdessen eine ernsthafte, wissenschaftlich fundierte Überprüfung der Fuchsjagd zu fordern – mit Anhörung unabhängiger Fachpersonen und offener Datenlage.
Freundliche Grüsse
[Ihr Name]
[Ihr Wohnort]
Was im Kanton Luzern entschieden wurde
Die RUEK beantragte im Frühjahr 2026 Kenntnisnahme der Petition – ohne eine einzige wildbiologische Studie zu erwähnen, ohne den Petitionär anzuhören, und unter Verweis auf das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement als einzige konsultierte Stelle. Die IG Wild beim Wild richtete daraufhin einen offenen Brief an Kommissionspräsident Michael Kurmann und forderte den Rückzug des Berichts, eine Anhörung des Petitionärs und unabhängige Fachpersonen. Eine Antwort blieb aus.
Kanton Zug ging einen anderen Weg: Er gab 2025 bei SWILD eine unabhängige Studie in Auftrag. Luzern könnte dieselbe Entscheidung treffen – und hätte mit seinen eigenen Daten sogar den stärkeren Ausgangspunkt.
Was die Wissenschaft sagt
Bestandsregulation: Kompensationseffekte gleichen Abschüsse rasch aus. Selbst intensive, koordinierte Bejagung über grosse Flächen zeigt keinen nachhaltigen Effekt (Baker et al. 2002; Kämmerle et al. 2019; Rushton et al. 2006).
Tollwut: Nicht die Jagd, sondern Impfköder-Programme ab 1978 haben die Tollwut besiegt. Letale Methoden können Seuchen verstärken, weil bejagde Tiere mobiler werden.
Fuchsbandwurm: Intensive Bejagung erhöht die Prävalenz (Comte et al. 2017). In Luxemburg sank sie nach dem Verbot 2015 von 40 auf unter 20 Prozent.
Borreliose: Füchse regulieren Nager als Zecken-Reservoire. Studien zeigen, dass in Gebieten mit höherer Beutegreifer-Aktivität 10–20 Prozent weniger zeckentragende Nager auftreten (Hofmeester et al., Proc. Royal Soc. B).
Genf / Nationalpark: Genf kommt seit 1974 ohne Hobby-Jagd aus, der Schweizerische Nationalpark seit 1914. Keine Bestandsexplosionen, keine schlechtere Krankheitslage.
Vollständige Studienübersicht: Studien: Auswirkung der Hobby-Jagd auf Wildtiere
E-Mail-Adressen Kantonsrat Luzern (Legislatur 2023–2027)
Alle Adressen sind offizielle @lu.ch-Adressen. Quelle: lu.ch/kr/mitglieder
Fraktion Grüne
korintha.baertsch@lu.ch – Bärtsch Korintha
Roman.Bolliger@lu.ch – Bolliger Roman
rahel.estermann@lu.ch – Estermann Rahel
Barbara.Irniger@lu.ch – Irniger Barbara
hannes.koch@lu.ch – Koch Hannes
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fabrizio.misticoni@lu.ch – Misticoni Fabrizio
laura.spring@lu.ch – Spring Laura
Irina.Studhalter@lu.ch – Studhalter Irina
gian.waldvogel@lu.ch – Waldvogel Gian
samuel.zbinden@lu.ch – Zbinden Samuel (Fraktionspräsident)
Marius.Grossenbacher@lu.ch – Grossenbacher Marius
Fraktion SP
simone.brunner@lu.ch – Brunner Simone (Fraktionspräsidentin)
marcel.budmiger@lu.ch – Budmiger Marcel
Milena.Buehler2@lu.ch – Bühler Milena
sarah.buehler2@lu.ch – Bühler-Häfliger Sarah
elin.elmiger@lu.ch – Elmiger Elin
pia.engler@lu.ch – Engler Pia
Priska.Fleischlin@lu.ch – Fleischlin Priska
Sofia.Galbraith@lu.ch – Galbraith Sofia
marc.horat@lu.ch – Horat Marc
anja.meier@lu.ch – Meier Anja
sara.muff@lu.ch – Muff Sara
andrea.pfaeffli@lu.ch – Pfäffli Andrea
Maria.Pilotto@lu.ch – Pilotto Maria
Andre.Renggli@lu.ch – Renggli André
Caroline.Rey2@lu.ch – Rey Caroline
Simon.Roth@lu.ch – Roth Simon
urban.sager@lu.ch – Sager Urban
josef.schuler@lu.ch – Schuler Josef
gisela.widmerreichlin@lu.ch – Widmer Reichlin Gisela (Kantonsratspräsidentin)
Fraktion GLP
ursula.berset@lu.ch – Berset Ursula
urs.bruecker@lu.ch – Brücker Urs
mario.cozzio@lu.ch – Cozzio Mario (Fraktionspräsident)
simon.howald@lu.ch – Howald Simon
Tobias.Lang@lu.ch – Lang Tobias
Judith.Meyer@lu.ch – Meyer Judith
franziska.roelli@lu.ch – Rölli Franziska
Claudia.Senn-Marty@lu.ch – Senn-Marty Claudia
Fraktion FDP
ruedi.amrein@lu.ch – Amrein Ruedi
sarah.arnold2@lu.ch – Arnold Sarah
andreas.baertschi@lu.ch – Bärtschi Andreas
ronny.beck@lu.ch – Beck Ronny
martin.birrer@lu.ch – Birrer Martin
sibylle.boos@lu.ch – Boos-Braun Sibylle
philipp.bucher@lu.ch – Bucher Philipp
georg.dubach@lu.ch – Dubach Georg
Matthias.Erni@lu.ch – Erni Matthias
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eva.forster@lu.ch – Forster Eva
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michael.hauser@lu.ch – Hauser Michael
patrick.hauser@lu.ch – Hauser Patrick (Fraktionspräsident)
damian.hunkeler@lu.ch – Hunkeler Damian
nadine.koller@lu.ch – Koller-Felder Nadine
andre.marti@lu.ch – Marti André
thomas.meier@lu.ch – Meier Thomas
franz.raeber@lu.ch – Räber Franz
beat.tanner@lu.ch – Tanner Beat
jacqueline.theiler@lu.ch – Theiler Jacqueline
claudia.wicki@lu.ch – Wicki-Huonder Claudia
Fraktion Die Mitte
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helena.affentranger@lu.ch – Affentranger-Aregger Helen
michele.albrecht@lu.ch – Albrecht Michèle
luca.boog@lu.ch – Boog Luca
Roland.Broch@lu.ch – Broch Roland
Rosmarie.Brunner@lu.ch – Brunner Rosmarie
hanspeter.bucheli@lu.ch – Bucheli Hanspeter
Karin.dober@lu.ch – Dober Karin
melissa.frey@lu.ch – Frey-Ruckli Melissa
Christian.Galliker@lu.ch – Galliker Christian
daniel.gasser@lu.ch – Gasser Daniel
eliane.graber@lu.ch – Graber Eliane
gerda.jung@lu.ch – Jung Gerda
tobias.kaech@lu.ch – Käch Tobias
agnes.keller@lu.ch – Keller-Bucher Agnes
marlis.krummenacher@lu.ch – Krummenacher-Feer Marlis
michael.kurmann@lu.ch – Kurmann Michael
beatrix.kuettel@lu.ch – Küttel Beatrix
manuela.jost-schmidiger@lu.ch – Jost-Schmidiger Manuela
urs.marti@lu.ch – Marti Urs
Christian.Meister@lu.ch – Meister Christian
adrian.nussbaum@lu.ch – Nussbaum Adrian (Fraktionspräsident)
thomas.oehen@lu.ch – Oehen Thomas
carlo.piani@lu.ch – Piani Carlo
guido.roos2@lu.ch – Roos Guido
daniel.ruettimann@lu.ch – Rüttimann Daniel
stephan.schaerli@lu.ch – Schärli Stephan
Hella.Schnider@lu.ch – Schnider Hella
gabriela.schnider@lu.ch – Schnider-Schnider Gabriela
Claudio.Spescha@lu.ch – Spescha Claudio
karinandrea.stadelmann@lu.ch – Stadelmann Karin Andrea
ferdinand.zehnder@lu.ch – Zehnder Ferdinand
Fraktion SVP
robi.arnold@lu.ch – Arnold Robi
rolf.bossart@lu.ch – Bossart Rolf (Fraktionspräsident)
mario.bucher@lu.ch – Bucher Mario
stephan.dahinden@lu.ch – Dahinden Stephan
reto.frank@lu.ch – Frank Reto
Fritz.Gerber@lu.ch – Gerber Fritz
thomas.gfeller@lu.ch – Gfeller Thomas
thomasalois.hodel@lu.ch – Hodel Thomas Alois
benno.ineichen@lu.ch – Ineichen Benno
isabelle.kunz-schwegler@lu.ch – Kunz-Schwegler Isabelle
roland.kueng@lu.ch – Küng Roland
barbara.lang@lu.ch – Lang Barbara
marcel.lingg@lu.ch – Lingg Marcel
hugo.loetscher@lu.ch – Lötscher Hugo
angela.luethold@lu.ch – Lüthold Angela (Vizepräsidentin)
sandra.meyer@lu.ch – Meyer-Huwyler Sandra
guido.mueller@lu.ch – Müller Guido
monika.schnydrig@lu.ch – Schnydrig Monika
urs.schumacher@lu.ch – Schumacher Urs Christian
fabian.stadelmann@lu.ch – Stadelmann Fabian
bernhard.steiner@lu.ch – Steiner Bernhard
jasmin.ursprung@lu.ch – Ursprung Jasmin
marlen.vogel@lu.ch – Vogel Marlen
martin.waldis@lu.ch – Waldis Martin
andre.wandeler@lu.ch – Wandeler Andy
martin.wicki@lu.ch – Wicki Martin
lisa.zanolla@lu.ch – Zanolla Lisa
Fraktionslos
Sabine.Heselhaus@lu.ch – Heselhaus Sabine
Quelle: lu.ch, Stand Juni 2026.
Was im Kanton Luzern bisher passiert ist
📌 Fuchsjagd Luzern: 98 Prozent der erlegten Tiere gesund
Die kantonseigene Statistik widerlegt die Hauptbegründung für die Fuchsjagd – und die IG fordert den Rückzug des RUEK-Berichts. Enthält den offenen Brief an Kommissionspräsident Michael Kurmann.
📌 Luzern und der Rotfuchs: Wenn Politik Fakten ignoriert
Die RUEK winkt die Petition ab – Luxemburg, Genf und der Tessin zeigen längst das Gegenteil.
📌 RUEK Luzern blamiert sich mit den eigenen Zahlen
Die Kommission beantragt Kenntnisnahme ohne ernsthafte Prüfung – und widerspricht der eigenen Statistik.
