Fuchsjagd stoppen – Kantonsrat Zug anschreiben
Der Kanton Zug hat als bisher einziger Schweizer Kanton auf die Fuchsjagd-Petition von Pascal Wolf mit einer echten wissenschaftlichen Studie reagiert. Die Direktion des Innern gab im Herbst 2025 bei SWILD – Stadtökologie, Wildtierforschung, Kommunikation – einen Fachbericht in Auftrag. Die zweite Version erschien im Mai 2026 und wurde der Jagdkommission am 16. Juni 2026 vorgelegt.
Das Ergebnis ist eindeutig: Die aktuell praktizierte Fuchsjagd kann Bestände nicht nachhaltig regulieren, verbessert die Seuchenbekämpfung nicht und ist für den Schutz von Nutztieren gegenüber nicht-letalen Methoden unterlegen. Die Erfahrungen aus Genf (seit 1974) und Luxemburg (seit 2015) bestätigen: Wildtiermanagement funktioniert ohne Hobby-Jagd auf den Rotfuchs.
Wichtig: Bitte nicht an alle gleichzeitig schreiben. Wähle 2–3 Personen aus, die dich als Einwohnerin oder Einwohner vertreten, und schreib ihnen persönlich aus deinem eigenen Mailprogramm.
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Betreff: Fuchsjagd – bitte handeln Sie
Sehr geehrte Frau [Name] / Sehr geehrter Herr [Name]
Ich wende mich als Bürgerin / Bürger direkt an Sie, weil mich die Praxis der Fuchsjagd in unserem Kanton beschäftigt.
Der Kanton Zug hat als einziger Schweizer Kanton eine wissenschaftliche Studie zur Fuchsjagd in Auftrag gegeben. Das Ergebnis von SWILD (Mai 2026) ist klar: Die aktuell praktizierte Jagd reguliert Fuchsbestände nicht nachhaltig, verbessert die Seuchenbekämpfung nicht und ist nicht-letalen Schutzmassnahmen unterlegen. Der Kanton Genf kommt seit 1974 mit minimalen Einzeleingriffen aus. Luxemburg hat die Fuchsjagd 2015 verboten – der Fuchsbandwurm-Anteil sank danach stark.
Trotzdem werden in der Schweiz jedes Jahr rund 19’000 Rotfüchse erschossen – ohne nachweisbaren Nutzen für Gesundheit oder Landwirtschaft, auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler und mit erheblichem Tierleid.
Ich bitte Sie, die Empfehlungen der SWILD-Studie ernst zu nehmen und sich im Kantonsrat für ein evidenzbasiertes Fuchsmanagement einzusetzen – mit klarem Fokus auf nicht-letale Methoden.
Der Kanton Genf kommt seit 1974 ohne Hobby-Jagd aus – und damit faktisch auch ohne Fuchsjagd: Nur staatliche Wildhüter dürfen dort eingreifen, in den letzten zwei Jahren ohne einen einzigen Regulierungsabschuss.
Freundliche Grüsse
[Ihr Name]
[Ihr Wohnort]
Was der Kanton Zug beschlossen hat
Die Jagdkommission hat am 16. Juni 2026 die SWILD-Studie zur Kenntnis genommen und drei Massnahmen beschlossen:
Die Zahlen zu Jagd, Schadenabwehr, Sonderabschüssen und Fallwild werden künftig konsequenter getrennt ausgewertet. Die Fuchsjagd wird nicht mehr proaktiv gefördert; der Fokus wird auf Siedlungsränder und Naturschutzgebiete gelegt. Das Amt für Wald und Wild informiert die Bevölkerung über die negativen Auswirkungen von Wildtierfütterung auf die Fuchspopulation.
Das ist kein vollständiger Kurswechsel – aber es ist der erste Kanton, der die Wissenschaft ernst nimmt und konkrete Konsequenzen zieht. Die anderen Kantone haben die Frage nach wissenschaftlicher Notwendigkeit wegdefiniert. Zug hat sie untersucht.
Was die SWILD-Studie zeigt
Die wichtigsten Befunde des 25-seitigen Fachberichts von Dr. Claudia Kistler und Dr. Fabio Bontadina (SWILD, Mai 2026):
Bestandsregulation: Die aktuelle Jagd erfolgt nicht koordiniert über grössere Regionen. Kompensationsmechanismen – höhere Fruchtbarkeit, bessere Überlebensrate, Zuwanderung – gleichen Verluste aus. Es gibt keine belastbaren Belege, dass die Hobby-Jagd Fuchsbestände nachhaltig senkt.
Tollwut: Intensive Jagd und Baubegasung konnten die Tollwutepidemie in den 1970ern nicht stoppen. Erst die Impfkampagne ab 1978 brachte Herdenimmunität. Letale Methoden können die Seuchenausbreitung sogar verstärken, weil bejagt Tiere mobiler werden.
Fuchsbandwurm: In einer französischen Studie stieg die Prävalenz des Fuchsbandwurms trotz hohem Jagddruck von 44 auf 55 Prozent an – weil Jungfüchse, die die Lücken füllen, eine höhere Wurmbürde tragen.
Nutztiere: Studien zeigen, dass Verluste durch Fuchsprädation nicht von der Fuchsdichte in der Umgebung abhängen – sondern von der Qualität der Schutzmassnahmen. Gut gesicherte Zäune und Schutzhunde sind wirksamer als die Jagd.
Genf: Seit 1974 werden im Kanton Genf nur noch einige wenige problematische Tiere durch Wildhüter erlegt. In den letzten zwei Jahren gab es keine Regulierungsabschüsse. Die Fuchspopulation ist nicht explodiert, die Krankheitslage nicht schlechter als in anderen Kantonen.
Luxemburg: Seit dem Fuchsjagdverbot 2015 sank die Prävalenz des Kleinen Fuchsbandwurms stark – von rund 40 Prozent auf unter 10 Prozent. Das Gegenteil dessen, was Jagdbefürworter befürchtet hatten.
Die vollständige Studie ist über das Amt für Wald und Wild des Kantons Zug öffentlich zugänglich: zg.ch → Artenmanagement Wildtiere → Jagdbare Arten → Haarraubwild
E-Mail-Adressen Kantonsrat Zug (Legislatur 2022–2026)
Die offiziellen E-Mail-Adressen der Zuger Kantonsratsmitglieder sind über die kantonale Website abrufbar: zg.ch/behoerden/kantonsrat/mitglieder. Das E-Mail-Muster lautet einheitlich vorname.nachname@zg.ch.
Was im Kanton Zug bisher passiert ist
📌 Hobby-Jäger als falsche Wildtierexperten
Wie Pascal Wolf in 12 Kantonen Petitionen gegen die Fuchsjagd einreichte – und was die Behörden daraus machten.
📌 Millionenfach getötet – für nichts: Neue Studie entlarvt Jägerlatein
Studie in «Biological Conservation»: Abschüsse senken weder Populationen noch Schäden.
📌 Frankreich und der Fuchs: Jagdmythen entlarvt
Jagdfreie Gebiete zeigen, dass Füchse sich selbst regulieren.
